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Motorrad Veteranen

Nicht selten ist ein Oldtimer-Motorradtreffen der Beginn einer spannenden
"Ahnenforschung" im Bereich des motorisierten Zweirades.
Ein Markt unter freiem Himmel ist die beste Fundgrube z.B. für Motorradreifen, Blinker und alle anderen Ersatzteile, die benötigt werden.
Die Parade der restaurierten Zweiräder ist stets eine Mischung aus Legenden bekannter Hersteller und unbekannter Raritäten.

Ein besonderes Objekt ist die Chang Jiang 750 - erstes Baujahr 1957.
Sie wird von geschickten chinesischen Händen bis heute aus noch originalen bayerischen Restbeständen und neuwertigen Nachbauteilen montiert.
Abgesehen von einigen elektrischen Zusätzen auf 12V-Basis hat sie täuschende Ähnlichkeit mit dem Vorkriegs-Gespann R71 von BMW.
Von beiden Motorrad-Veteranen kommt man letztlich zurück auf Spuren in Bayern.

Die Süddeutschen waren in ihren Anfängen zunächst Motorenlieferant für die schon erfolgreiche Zweiradfirma Victoria. Mit dem ersten Eigenkonzept (1922) von Max Frisch, der einen quer montierten Motor vorstellte, beginnt die Erfolgsgeschichte der BMW-Klassiker, die sich technisch und qualitativ besonders hervorhoben. Die berühmte R32 wurde als erstes Motorrad von BMW 1923 in Serie hergestellt. Neben der zuverlässigen Alltagstauglichkeit überzeugte dieses Motorrad von Beginn an auch als Rennfahrzeug. Das technische Konzept war fast eine Siegesgarantie: kompakter 750 cm3-Boxermotor-Getriebe-Verbund, Kardanwelle und gut abgestimmte Rohrrahmenkonstruktion.


 

Die Adler Werke, ein deutscher Schreibmaschinenhersteller, beteiligten sich ab 1910 auch am Motorradbau. An den Typenbezeichnungen MB125 oder MB 250 erkennt man die Motorgröße. Die „250-er“ aus den Jahren 1953 bis 1955 gelten heute als die interessantesten Adlermodelle, schließlich waren diese Zweitakt-Motorräder am erfolgreichsten. Die S-Versionen verbuchten dank exzellenter Rennfahrer eine Reihe von Siegen.

Ein Auswanderer aus Nürnberg gab seiner Motorradmarke zu Recht den Namen Triumph. Die Nr.1 aus dem Werk in Coventry war noch in der Gestalt eines Fahrrades mit angebautem Hilfsmotor - nur 2,25 PS leistete der kleine Minerva aus Belgien. Wie futuristisch wirkt dagegen die kraftstrotzende Daytona T595 aus dem Jahre 1996. Auch sie fährt in der Spur zukünftiger Klassiker. Denn der Dreizylindermotor mit Einspritzung und der kunstvoll verkleidete Aluminium-Rohrrahmen lösen bei vielen Sammlern Begeisterung aus.
Sehr viel Aufmerksamkeit schenkt man heute dem ersten Fahrzeuge von 1937, das mit dem Twin-Speed-Motor ausgestattet ist. Ohne Mühe erreicht die „5T“ mit ihren 27 PS eine Höchstgeschwindigkeit von 150 km/h.

Aus den erfolgreichen Nachkriegsjahrzehnten darf der „Terrier“ (1953) nicht unbeachtet bleiben –klein motorisiert, aber großzügig gestylt wie die Konkurrenten. Es war nicht das Geheimnis, den Terrier ohne Kupplung zu schalten, sondern seinen kleinen 149 cm3—Motor in vier Gängen auf Höchstleistung zu fahren. Die starke „Bonnie“ (T120), der Trendsetter eines ganzen Jahrzehnts, fällt bei jedem Oldtimer-Motorradtreffen auf.
Den Beginn der 750-Klassen startete Triumph mit dem Modell „Slippery Sam“, das sich bestens gegen BMW und Fernost-Technik behauptete.
Aber eigentlich sind sie alle eine Familie … und beachtenswerte, langlebige Veteranen.

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