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Ab wann ist ein Oldtimer ein Oldtimer?

Liebhaber und Fans bestimmter Autotypen oder -marken stellen sich diese Frage immer dann, wenn sie bereits im langjährigen Besitz eines PKW, LKW oder Motorrads sind oder sie vor der Entscheidung stehen, sich das gewünschte Fahrzeug im gebrauchten Zustand zu kaufen. Dabei ist diese Frage recht eindeutig zu beantworten, obwohl die Regelung in manchen Ländern von der in Deutschland geltenden abweicht.

In Deutschland muss ein Oldtimer grundsätzlich mindestens 30 Jahre alt sein. Um offiziell als solcher anerkannt zu werden, muss er darüber hinaus in einem Oldtimer-Gutachten attestiert bekommen, dass er der Erhaltung des fahrzeugtechnischen Kulturguts dient und dass sein dem Original entsprechender Zustand mindestens mit der Note 3 bewertet wird. Eine weitere Vorschrift schränkt die am Fahrzeug zugelassenen Umbauten ein. Diesen, in Deutschland geltenden Anforderungen, hat sich seit 2008 im wesentlichen auch der Weltverband der Oldtimerclubs FIVA in seiner Oldtimer-Definition angeschlossen.

Weiterhin erfolgt für alle Oldtimer-Fahrzeuge eine Einteilung in die Klassen A bis G, die sich am Baujahr des betreffenden Fahrzeuges orientieren.
Die Erfordernisse für eine Zulassung unterscheiden sich kaum von denen für ein normales Gebrauchtfahrzeug. Lediglich für das Kennzeichen stehen dem künftigen Fahrzeughalter mehrere Wahlmöglichkeiten offen. Neben dem normalen Kennzeichen kann er sich für die Zulassung mit einem H-, 07- oder Sonder-Kennzeichen entscheiden.


 

Die flexibelste Nutzung, die ein zusätzliches Gutachten und regelmäßige Untersuchungen beim TÜV erfordern, erlaubt das H-Kennzeichen, während das rote 07-Kennzeichen eine stark eingeschränkte Nutzung durch mehrere Oldtimer ermöglicht. Für beide erfolgt eine pauschale Besteuerung. Das Saison-Kennzeichen schränkt die Nutzung des Fahrzeuges auf bestimmte Monate ein.
Wichtig erscheint der Hinweis, dass bei einer Zulassung als Oldtimer neue Fahrzeugpapiere ausgestellt werden und die Originalpapiere in der Regel vernichtet werden. Damit dadurch nicht wertvolle historische Daten oder Einträge verloren gehen, sollte der Halter sich die entwerteten Original-Papiere aushändigen lassen.
Für Oldtimer gibt es einen speziellen Versicherungsdienst und zahlreiche Tarife der einzelnen Versicherer, die sich an den verschiedenen Kennzeichen und den üblichen Werten orientieren.

Als Vorstufe zum Oldtimer werden Fahrzeuge, die zwischen 20 und 30 Jahre alt sind, als Youngtimer bezeichnet. Allerdings wird diese Regelung nicht starr angewendet, so dass manche Modelle auch schon früher oder etwas länger unter dieser Bezeichnung geführt werden. H- und 07-Kennzeichen gibt es für diese "halboffizielle" Fahrzeug-Kategorie nicht. Ausnahmen bilden lediglich die noch unter Bestandsschutz stehenden 07-Kennzeichen.
Youngtimer sind vor allem von Modellen mit einem hohen Kultstatus oder von seltenen, gepflegten Exemplaren gefragt. Obwohl sie in der Regel mit günstigeren Kaufpreisen als Oldtimer gehandelt werden, sollten die steuerlichen Nachteile und oftmals hohen Unterhalts- und Reparaturkosten nicht unterschätzt werden.

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